Wie findet man im Netz alte oder auch flüchtige Bekannte wieder?
Natürlich hat so Mancher eine eigene Webseite, schreibt in Newsgroups oder ist im Rahmen seines Jobs mit seinen Daten im Netz. Diese Leute findet man oft schon per Suchmaschine (z. B. mit yasni oder 123people).
Aber was, wenn sich der Name ändert oder nicht eindeutig zuordnen lässt? Chancen bieten hier anmeldepflichtigen Internetgemeinschaften:
- Bei Xing (ehemals OpenBC) kann man Geschäftskontakte pflegen.
- Schulen haben Ehemaligenvereine, etwa auch das Ratsgymnasium in Osnabrück. Gezielt nach Schulkameraden suchen kann man bei StayFriends. Stayfriends ist gut für die Recherche von Namensänderungen. Wer noch zur Schule geht, der lässt sich in das Schülerverzeichnis einladen.
- Universitäten halten den Kontakt zu ihren Absolventen über Alumni Datenbanken. Auch die Universität Osnabrück hat Alumnis. Aus Amerika kommt das spaßig angelegte Facebook. Hierzulande gibt es seit Herbst 2005 das Studentenverzeichnis.
- Bei Online-Communities wie ICQ oder myspace, meinVZ, lokalisten, wer-kennt-wen, unddu.de und frappr kann man nach Mitgliedern suchen, mitunter sogar ohne eigene Anmeldung. Ob beim Chat oder Zusammenklicken einer "Homepage": Viele Leute lassen sich verführen, Privates öffentlich zu machen.
- Datenbanken für Partyvolk (z. B. eins.de, Partyshooters) schicken Knipser in die Szene, um über die Fotos später Mitglieder zu werben. Hier ist man meist anonym, auf die eigene Clique beschränkt oder auf der Suche nach ganz neuen Kontakten.
- Und dann gibt es noch Dienste, die Telefonbücher und andere Quellen auswerten, z. B.: Teleauskunft, verwandt.de.
- Schließlich noch die Gemeinde der Schwatzhaften: twitter. Dafür fehlen mir die Worte. (Trotz der dahinterliegenden Technologie ;-)
Es gibt unzählige solcher Dienste und Online-Gemeinschaften. Viele schauen voneinander ab, im Bestreben, sich mit der Zahl angemeldeter Nutzer zu überbieten.
Meldungen über zwielichtige Angebote nehmen zu. Man sollte es sich in jedem Fall reiflich überlegen, bevor man bei irgendeiner Netzgemeinschaft Mitglied wird oder eine auf den ersten Blick kostenlose Dienstleistung in Anspruch nimmt. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn das Geschäftsmodell unklar ist. Leider ist das häufig der Fall und man muss lange stöbern, bis man Hinweise dafür findet, wie das jeweilige Startup künftig Geld verdienen möchte. Nicht alles ist werbefinanziert. Ein weiteres gängiges Muster ist, dass man mit der unentgeltlich bereitgestellten Information kaum etwas anfangen kann. Erst für Geld gelingen gezielte Recherchen oder die Kontaktaufnahme. Ebenfalls gängig sind zum Teil drastische Änderungen der Geschäftsbedingungen.
Und noch eine Warnung: Vielfach ist man weniger anonym, als man denkt. Viele Anbieter registrieren, wo man hinklickt. Das lässt sich in der Regel auch nicht abstellen. Wer diese Informationen zu sehen bekommt, ist für den Neuling nicht auf Anhieb klar. Manchmal sind es die Personen, deren Seiten man angesehen hat, manchmal bekommen Premiumkunden auch Premium-Informationen. Nutzerdaten oder Nutzerverhalten werden vielfach aufgezeichnet und als Aktivposten betrachtet.