Entwicklungsumgebung

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Sobald die eigenen Ruby-Programme etwas länger werden, benötigt man einen vernünftigen Editor. Oder gar eine integrierte Entwicklungsumgebung. Bei der Auswahl gehen die Meinungen schnell auseinander. Ich gebe also nur ein paar Tipps, wie man einsteigen kann, um sich dann selbst eine Meinung zu bilden.

Alle gängigen Programmiereditoren beherrschen inzwischen Syntax-Highlighting. Weitere wichtige Merkmale sind (automatische) Formatierung, Suchen und Ersetzen. Super wäre es, wenn man durch den Code "browsen" könnte. Richtig spannend wird es beim Debuggen. Da sich solche Listen endlos fortsetzen lassen: Das Tool der Wahl sollte auch erweiterbar sein.

Emacs

Der Emacs ist ein programmierbarer Editor. Ein super Teil für jeden, der lieber in die Tasten haut als eine Maus anzufassen. Es gibt einen GNU-Emacs und ein Spin-Off, den XEmacs. Nach der Installation sollte man zunächst das eingebaute Tutorial durcharbeiten. Danach hat man einen ersten Eindruck und kann das Ding entweder gleich wieder deinstallieren oder mit einem zufriedenen Grinsen aufhören, weiter nach einem Editor zu suchen.

Syntax-Highlighting und Unterstützung bei der Formatierung liefert der Ruby-Mode. Die Suchfunktionen lassen nichts zu wünschen übrig. Will man im Code browsen, benötigt man eine Erweiterung. Ich kann hier den Emacs Code Browser ECB empfehlen.

Mehr Informationen liefert die Seite HowtoUseEmacsWithRails.

Der Emacs ist programmierbar. Dafür muss man Emacs-Lisp lernen.

vi

Wem der Emacs noch nicht schräg genug ist: Viele Emacs-Hasser schwören auf den vi. Darunter hinreichend viele Ruby-Programmierer.

Ich hab ihn auch eine Weile verwendet, bin aber nicht so recht damit warm geworden. Es gibt auch hier mehrere Weiterentwicklungen, z. B. den vim. Der Funktionsumfang ist vergleichbar mit dem des Emacs. Wer im Unix-Umfeld unterwegs ist, kommt am vi nicht wirklich vorbei. Das Ding hat einen irrsinnigen Verbreitungsgrad.

Alle nötigen Infos findet man auf der Seite HowtoUseVimWithRails.

Notepad++

Wer einen etwas normaleren Editor sucht, hat die Qual der Wahl. In jüngster Zeit recht beliebt ist Notepad++. Der Editor basiert auf Scintilla. Scintilla ist auch der Kern von SciTE. SciTE wird vom Ruby-Installer unter Windows standardmäßig mit installiert. Wenn SciTE gefällt - prima, dann am besten auf Notepad++ umsteigen. Denn das ist genauso leicht zu bedienen kann aber einiges mehr.

Netbeans

Soll es kein Editor sein, sondern eher ein Integrated Development Environment (IDE)? Auch da gibt es viel Auswahl.

Die Java-IDE Netbeans kann ich für die Ruby-Entwicklung wärmstens empfehlen. Sun hat vor einiger Zeit just die Entwickler des Ruby-Plugins für die Eclipse-IDE "abgeworben". Um 2006 gab es bei Sun wichtige Ruby-Fans, so dass sich dort einiges getan hat.

Wer den fetten Download scheut, kann sich vorab einen Eindruck verschaffen: Es gibt ein kleines Online-Demo für das Ruby-Editing.

Einziger Schwachpunkt: Man braucht einen modernen Rechner. Mit 1 bis 2 GB Hauptspeicher sollte es keine Probleme geben, aber wer immer noch ein 256-MB-Schätzchen sein Eigen nennt, ist aufgeschmissen.

Eclipse

Die Java-IDE Eclipse hat unter Java-Entwicklern die mit Abstand weiteste Verbreitung. Die Ruby-Unterstützung RDT habe ich lange nicht mehr getestet. (Meine Vermutung ist, dass Netbeans hier deutlich die Nase vorn hat.)

Wer Ruby lernt, um später Ruby on Rails zu machen: RadRails erweitert Eclipse zu einer Rails-IDE.

Für Eclipse braucht man ebenfalls einen flotten Rechner mit ordentlich Hauptspeicher.

IntelliJ IDEA

Die dritte große Plattform aus dem Java-Umfeld ist IDEA. IDEA hat einen guten Ruf, ist aber nicht weit verbreitet. Diese IDE kostet Geld, es sei denn, man studiert oder entwickelt quelloffene Software. Die Ruby-Variante heißt RubyMine.

Komodo

Kommen wir zu den Perl-Programmierern: Ich sehe keinen Grund, warum man als solcher für Ruby sein Programmierwerkzeug wechseln sollte. Sei das nun Komodo oder irgendwas vergleichbares.

RDE

Es gibt natürlich auch Entwicklungsumgebungen speziell für Ruby. RDE ist so eine. Das 1-Mann-Projekt wurde Ende 2001 bei Sourceforge registriert, hat also einen gewissen Reifegrad. Die 2006 noch sehr zahlreichen Downloads nehmen mittlerweile ab. Ich selbst kenne das Tool nicht.

FreeRIDE

Auch FreeRIDE ist eine reine Ruby-IDE. FreeRIDE basiert auf FXRuby. Ich selbst habe viel mit FXRuby gemacht; eine IDE würde ich mit heutigem Wissensstand nicht auf Basis von FXRuby bauen. Das ist wohl auch der Grund, warum es Aktivitäten für das Neuschreiben mit wxRuby gibt: wxRIDE. FreeRIDE eignet sich für Anfänger insofern, dass es auf Ruby ausgerichtet ist und einen im Vergleich mit den Universal-Editoren überschaubaren Funktionsumfang mitbringt.

Arachno Ruby

Nicht für lau aber auch nicht unbezahlbar: Arachno Ruby IDE. Hat eine imposante Featureliste; macht euch selbst ein Bild auf der Webseite.

Empfehlung

Diese Liste ist nicht vollständig. Bei einer Internetrecherche findet man schnell weitere. Selbst Spezialisten mit Ausrichtung auf Ruby gibt es noch mehr. Mein Tipp: Entweder tut es der ohnehin schon verwendtet Lieblings-Editor, oder eines der hier genannten Werkzeuge.

Ein sehr guter Vergleich zwischen den Ruby-Fähingkeiten von Netbeans, Eclipse und Idea liefert The Nameless One.

In jedem Fall beherzige man den Tipp der Pragmatic Programmers: "Use a Single Editor Well".

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